Pfarrgemeinderat

Die pastoralen Angelegenheiten unserer Pfarrei sind einerseits beständig
und doch immer in Veränderung.

Die neuen Ansätze und Wege können Sie hier nachverfolgen.


Unsere Pfarrei will bis zum Jahr 2024
eine alternative kollegiale Leitungsstruktur entwickeln
und ausprobieren.

Diesen Prozess verstehen wir als einen Teil des Gesamtprozesses
hin auf einen einheitlichen pastoralen Raum Halle.


Dieses Ziel haben Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat gemeinsam mit dem Pastoralteam im Januar 2018 vereinbart.

Das Ziel haben wir immer vor Augen.

Unsere Vision von Kirche

• Kirche ist Gemeinschaft, die sich an der Nachfolge Jesu Christi orientiert.

• Kirche lebt von der Vielfalt der Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, Lebensphasen und Lebensformen, die ihre Freude und Hoffnung, ihre Sorgen, Ängste sowie Erfahrungen der Welt (mit-)teilen und (mit-)tragen.

• Alle sind dazu eingeladen, sich mit ihren von Gott geschenkten Gaben und Fähigkeiten zur Bereicherung der Gemeinschaft der Kirche mit einzubringen.

Deshalb orientieren wir uns an unserer Pastoralvereinbarung.
Diese wird immer wieder den Gegebenheiten angepasst.

Satzung der Pfarrgemeinderäte

im Bistum Magdeburg (Stand: 01-2012)

§ 1 Auftrag des Pfarrgemeinderates
(1) Der Pfarrgemeinderat (PGR) ist das aus gewählten Vertreterinnen und Vertretern der
Pfarrei und ihrer hauptberuflichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
bestehende Gremium, das an der Leitungsverantwortung des Pfarrers Anteil hat, mit
ihm die pastoralen, personellen und strukturellen Angelegenheiten berät und die ent-
sprechenden Beschlüsse fasst.
(2) Der PGR dient dem Aufbau einer lebendigen Pfarrei und ist der Verkündigung der
Frohen Botschaft Jesu Christi (Martyria), der Feier des Glaubens in den verschiedenen
liturgischen Formen (Liturgia) und dem sorgenden Bemühen um die vielfältigen Nöte
der Menschen (Diakonia) verpflichtet.
(3) Der PGR bemüht sich, auf der strukturellen Grundlage der Pfarrei als einem
Zusammenschluss von Gemeinden und Gemeinschaften, sowohl die gemeinsame
Identität der Pfarrei zu stärken, als auch die Vielfalt der verschiedenen Gemeinden und
Gemeinschaften zu fördern.

§ 2 Aufgaben des PGR
(1) Der PGR analysiert die pastorale Situation der Pfarrei unter Berücksichtigung der
regionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Er berät die pastoralen Perspek-
tiven, überprüft die Realisierbarkeit, erarbeitet kurz-, mittel- und langfristige Schwer-
punkte, sorgt für deren Umsetzung und entwickelt so die Pastoralvereinbarung weiter.
(2) PGR und Kirchenvorstand (KV) beraten in grundlegenden Fragen (pastorale Perspek-
tiven, Strukturen, Ressourcen) gemeinsam und stimmen die pastoralen Akzente und
Vorhaben miteinander ab.
(3) Der PGR ist beteiligt an der Auswahl und Beauftragung ehrenamtlicher Dienste und hält
eine sachgerechte Vorbereitung, Ausbildung und Begleitung dieser Dienste im Blick.
Dabei ist er um die Wahrnehmung und Förderung der Charismen bemüht.
(4) Er stärkt das Bewusstsein für eine nachhaltige, missionarische und weltweite Verant-
wortung, fördert entsprechende Initiativen und Aktionen in der Pfarrei und hält Kontakt
zu der entsprechenden Fachkommission.
(5) Er sorgt sich um die Vertretung der Pfarrei in den kommunalen Gremien der Mitverant-
wortung, z.B. Stadtrat, Kreiskinder- und Jugendring.
(6) Er entwickelt geeignete Formen der ökumenischen Zusammenarbeit mit den anderen
Kirchen und Religionsgemeinschaften der Region und sucht nach Möglichkeiten der
Zusammenarbeit mit dem Ökumenebeauftragten des Bistums.
(7) Er sorgt für die Vernetzung der Gemeinden, Gemeinschaften und Gruppen innerhalb
der Pfarrei durch gemeinsame Aktionen und Projekte.
(8) Er wirkt mit bei den Entscheidungen zu Gottesdienstformen, -zeiten und –orten, ent-
sprechend der pastoralen Gegebenheiten und Erfordernisse.
(9) Er behält die konkreten Nöte der Menschen vor Ort im Blick und kooperiert mit dem
Caritasverband und seinen Einrichtungen.
(10) Er sorgt für ein wirkungsvolles Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit.
(11) Er erarbeitet, in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand, Kriterien und Regelungen für
die Nutzung kirchlicher Versammlungsräume.
(12) Er beteiligt sich an der Vorbereitung der Visitationen des Bischofs.

§ 3 Mitglieder des PGR
(1) Der PGR besteht aus Mitgliedern kraft Amtes sowie aus gewählten, berufenen und
delegierten Mitgliedern. Alle Mitglieder haben volles Stimmrecht,
• Mitglieder kraft Amtes sind der vom Bischof bestellte Pfarrer und die für die
Pastoral in der Pfarrei mit amtlichem Auftrag tätigen Priester, Ständigen Diakone,
Gemeindereferentinnen und –referenten und andere pastorale Mitarbeiter.
• Bis zu 10 Mitglieder werden direkt gewählt. Pfarreien mit bis zu 1.000 Katholiken
wählen vier bis sechs PGR-Mitglieder, für je weitere angefangene 1.000 Katholiken
werden weitere zwei Mitglieder gewählt. Einzelheiten zur Wahl regelt die
Wahlordnung für die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände im Bistum
Magdeburg.
• Der PGR kann weitere Mitglieder der Pfarrei zur Mitarbeit berufen. Die Anzahl der
Berufenen darf ein Drittel der Anzahl der Mitglieder kraft Amtes und der gewählten
Mitglieder nicht übersteigen.
• Der Kirchenvorstand delegiert ein Mitglied in den Pfarrgemeinderat.
(2) Entsprechend der Richtlinie für die Seelsorge in Caritaseinrichtungen, wirken die
Leiter/innen der Caritaseinrichtungen innerhalb der Pfarrei, im PGR beratend mit.
(3) Auch andere soziale Einrichtungen der Pfarrei werden im Hinblick auf eine vernetzte
Verantwortung für die Pastoral der Pfarrei zur Mitarbeit im PGR eingeladen. Die
konkreten praktischen Möglichkeiten dafür sind vor Ort zu regeln.
(4) Die Amtszeit der PGR-Mitglieder beträgt vier Jahre und endet mit der Konstituierung
des neuen PGR.

§ 4 Konstituierung des PGR
(1) Die konstituierende Sitzung findet innerhalb von vier Wochen nach der Wahl statt.
(2) Sie wird vom Pfarrer einberufen und von ihm bis zur Wahl der/des neuen Vorsitzenden
geleitet.
(3) Innerhalb der konstituierenden Sitzung wählt der PGR den Vorstand, der neben dem
Pfarrer aus der/dem Vorsitzenden und einer/einem stellvertretenden Vorsitzenden
besteht.
(4) Der PGR wählt aus der Mitte der gewählten Mitglieder zunächst die/den Vorsitzende/n,
im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit, in weiteren Wahlgängen mit einfacher
Mehrheit.
(5) In getrennten Wahlgängen werden die/der stellvertretende Vorsitzende und nach
Bedarf weitere Mitglieder des Vorstandes mit einfacher Mehrheit gewählt. Die Wahl
letzterer erfolgt, wenn nicht zur konstituierenden Sitzung, spätestens zur ersten von
der/dem Vorsitzenden einberufenen Sitzung des PGR.

§ 5 Arbeitsweise des PGR
(1) Der PGR tritt mindestens zweimal jährlich zusammen.
(2) Eine Sitzung ist auch einzuberufen, wenn ein Mitglied des Vorstandes oder ein Drittel
der Mitglieder des PGR dies verlangt.
(3) Der Vorstand bereitet die Sitzungen des PGR vor – legt Termin und Tagesordnung fest
– und leitet sie. Jedes Mitglied hat das Recht, Anträge für die Tagesordnung zu stellen.
(4) Die/Der Vorsitzende lädt die Mitglieder schriftlich unter Angabe der Tagesordnung
spätestens eine Woche vor der Sitzung ein. Die schriftliche Einladung kann erfolgen:
a. postalisch an die Meldeadresse oder
b. per Fax oder E-Mail, wenn das Mitglied die entsprechenden Kontaktdaten
bekanntgegeben und sich mit dieser Form einverstanden erklärt hat.
(5) Der PGR ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend ist. Die
Beschlussfassung erfolgt mit einfacher Mehrheit. Stimmenthaltungen und ungültige
Stimmen zählen bei der Feststellung des Abstimmungsergebnisses nicht mit. Bei
Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.
(6) Stimmt der Pfarrer aufgrund der durch sein Amt gegebenen pastoralen Verantwortung
gegen einen Antrag, so ist in der entsprechenden Sitzung eine Beschlussfassung nicht
möglich. Innerhalb einer Frist von längstens vier Wochen ist die anstehende Frage
erneut im PGR zu beraten. In dieser Sitzung legt der Pfarrer zunächst noch einmal
seine Begründung für seinen Einspruch vor. Kommt auch hier eine Einigung nicht zu-
stande, ist der Dechant als Vermittler anzurufen.
(7) Über die Beratungen des PGR ist ein Ergebnisprotokoll anzufertigen und mit einer Frist
von 14 Tagen zu versenden. Es ist in der nächsten Sitzung des PGR zu genehmigen.
Die Protokolle über die Sitzungen des PGR werden von der/dem Vorsitzenden und
der/dem Protokollführer/in unterschrieben. Sie gehören zu den amtlichen Akten und
sind im Pfarrbüro aufzubewahren.
(8) Die Pfarrei ist über die Ergebnisse der Sitzung in angemessener Form zu informieren.
(9) Einmal innerhalb einer Wahlperiode lädt der PGR gemeinsam mit dem KV alle Mitglie-
der der Pfarrei zu einer Pfarreiversammlung ein, um Anregungen und Vorschläge für
die Arbeit aufzunehmen.
(10) Die Sitzungen des PGR sind öffentlich, außer bei der Beratung von Personal-
angelegenheiten.
(11) Einmal im Jahr kommen die Mitglieder des PGR zusammen, um die grundsätzliche
Ausrichtung der Pastoral gemeinsam zu überprüfen und weiter zu entwickeln, z.B. im
Rahmen einer Klausurtagung.
(12) Vertreter/innen des PGR nehmen an den gemeinsamen Halbjahrestagungen der PGR
und KV des Bistums Magdeburg teil.
(13) Die Pfarrei trägt die mit der Arbeit des PGR verbundenen Sachkosten.

§ 6 Projekt- bzw. Arbeitsgruppen
(1) Der PGR kann für zeitlich befristete Aufgaben, für die Organisation der Abläufe in den
einzelnen Gemeinden (sofern es dort keine Teams von Gemeindebeauftragten im
Rahmen des VOLK-Projekts des Bistums Magdeburg gibt) und für Aufgabenbereiche,
die einer ständigen Beobachtung und Mitarbeit bedürfen, Projekt- bzw. Arbeitsgruppen
einsetzen. Ihre Beauftragung endet spätestens mit der Amtszeit des PGR.
(2) In diese kann er auch Personen berufen, die nicht Mitglieder des PGR sind.
(3) Die Mitglieder der Projekt- bzw. Arbeitsgruppen bestimmen aus ihrer Mitte jeweils ihre/n
Sprecher/in. Diese werden dem Vorstand zur Sicherstellung einer guten Kooperation
bekannt gegeben.
(4) Erklärungen und Verlautbarungen an die Öffentlichkeit durch die jeweiligen Projekt-
bzw. Arbeitsgruppen bedürfen der Zustimmung des Vorstandes des PGR.

§ 7 Zusammenarbeit mit anderen Gremien
(1) Mit dem Kirchenvorstand:
Im Interesse der Pfarrei arbeiten PGR und KV zusammen. Der KV delegiert eines
seiner Mitglieder in den PGR. Der PGR delegiert eines seiner Mitglieder mit beratender
Stimme in den KV.
Vor Beschlüssen des Kirchenvorstands, die den Bau, Umbau oder die Gestaltung von
Gottesdienst- und Gemeinderäumen betreffen, bei der geplanten Profanierung und
Veräußerung von Kirchen und bei der Schaffung, Umstrukturierung und Schließung von
Sozialeinrichtungen in der Pfarrei, erstellt der PGR eine schriftliche Stellungnahme, die
einem etwaigen Antrag an das Bischöfliche Ordinariat Magdeburg beigefügt wird.
(2) Mit dem Katholikenrat:
Ein Mitglied des PGR oder ein vom ihm dazu beauftragtes Mitglied der Pfarrei wird in
den Katholikenrat delegiert. Der PGR kann die Behandlung eines Gegenstandes durch
den Katholikenrat beantragen.

§ 8 Beendigung der Mitgliedschaft und Nachrücken
(1) Ein Mitglied scheidet aus dem PGR aus durch Tod, durch Verzicht auf sein Amt, durch
Ungültigkeit seiner Wahl oder durch Verlust der Wählbarkeit.
(2) Liegen schwerwiegende Gründe vor, kann ein gewähltes Mitglied aus dem PGR
ausgeschlossen werden. Über einen Ausschluss entscheidet der Bischof. Das Mitglied
hat ein Recht auf Anhörung, ebenso der PGR.
(3) Scheidet ein unmittelbar gewähltes Mitglied vorzeitig aus dem PGR aus, so tritt als
Nachfolger/in die/der Wahlkandidat/in mit der nachfolgend höchsten Stimmzahl aus der
letzten Wahl an ihre/seine Stelle. Das Nachrücken stellt der PGR fest.
(4) Sind keine nachrückenden Mitglieder mehr vorhanden oder lehnen diese das Amt ab,
so kann der PGR ein neues Mitglied aus den nach der Wahlordnung wählbaren
Mitgliedern der Pfarrei wählen.

§ 9 Inkrafttreten
(1) Diese Satzung tritt am 01.01.2012 in Kraft.
(2) Sie wird im Amtsblatt des Bistums Magdeburg veröffentlicht.
(3) Gleichzeitig tritt die Satzung der Gemeindeverbundsräte vom 01.03.2008 außer Kraft.

Dr. Gerhard Feige
Bischof