Ein Leben für die Menschlichkeit – Gegen eine Politik der Ausgrenzung
Jenny Rasche, die aus Stapelburg in Sachsen-Anhalt stammende „Frau Europas 2021“ kommt nach Halle
Einladung zu Vortrag, Begegnung und Gespräch
Freitag, 4. September, 18:00 Uhr
Halle (Saale), Propsteikirche, Mauerstraße 11
Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Der Eintritt ist frei.
Jenny Rasche, Jahrgang 1983, ist die Initiatorin der „Kinderhilfe für Siebenbürgen“.
Ihre persönlichen Wurzeln liegen im 1400-Seelen-Dorf Stapelburg im Harz.
Bei einem Aufenthalt in Rumänien vor ca. 20 Jahren wurde sie mit der Lebenswirklichkeit
verwahrloster, vegetierender, kranker, traumatisierter und im wahrsten Sinne des Wortes
an den Straßenrändern liegengelassener Roma-Kinder konfrontiert.
Sie konnte und wollte das, was sie sah, nicht ertragen.
Sie organisierte Hilfsgüter und kümmerte sich persönlich um einzelne Familien.
Später zog sie selbst nach Rumänien und qualifizierte die Unterstützung vor Ort.
Jenny Rasche: „Ich wusste ganz genau, dass mich nichts und niemand jemals dazu bringen würde, die Hilfe für diese Kinder aufzugeben.
Sätze wie ‚Du kannst nicht allen helfen‘ oder ‚Denen (gemeint waren Roma) kann man sowieso nicht helfen‘ ignorierte ich. Ich beschloss, dass das die Grenzen der anderen waren und nicht meine.“
Die genaue Zahl der seither von Jenny Rasche und ihren Mitstreitern betreuten Kinder ist nicht leicht zu ermitteln.
Antje Schneider, eine für den MDR, ARTE und andere Rundfunkanstalten arbeitende Journalistin – sie hat mehrere Filme über die Arbeit von Jenny Rasche gedreht –, spricht für das Jahr 2024 von schätzungsweise 2500 aufgenommenen Roma-Kindern und 400 Familien. (Siehe: ARD-Mediathek „Jenny und die Roma-Kinder“)
Jenny Rasche erhielt mehrere renommierte Preise in Deutschland. Von der Europäischen Bewegung International wurde sie geehrt als „Frau Europas 2021“ (Women-of-Europe-Award in der Kategorie „Woman in Action“).

Begegnung am Rande der Stadt, Foto: @Ünal Günofan
Susanne Blank, Jennys Schwester, organisiert von Stapelburg aus Öffentlichkeitsarbeit, Spendenakquise und Unterstützung für den Verein „Kinderhilfe für Siebenbürgen“.
Sie bestätigt, dass der kooperierende Partnerverein in Rumänien inzwischen über 50 Angestellte zählt.
Susanne Blank und Alexander Knappe, Jennys Neffe – er unterstützt aktuell die Arbeit in Rumänien – werden bei der Veranstaltung am 4. September anwesend sein.
Romani Rose, Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma:
„Sie, liebe Frau Rasche, haben über die Anfangszeit Ihres Vereins ‚Kinderhilfe für Siebenbürgen‘ gesagt: ‚Ich war damals nichts weiter als eine verzweifelte junge Frau vor einer humanitären Katastrophe. Kinder starben vor meinen Augen. Ich habe einfach losgearbeitet und immer nur das gemacht, was mein Herz gesagt hat.‘ …
Es ist eine zynische Verhöhnung, wenn Rassisten behaupten, dass die Situation der Roma ihrer natürlichen Lebensweise entspräche. …
Das Engagement von Frau Rasche und ihren Mitstreitern setzt dem ein Beispiel der Menschlichkeit entgegen.“
Aus der Laudatio anlässlich der Verleihung des Radebeuler Courage-Preises an Jenny Rasche
Jenny Rasche im Gespräch mit einem Roma-Jungen, Foto: @Ünal Günofan
Rückfragen: über Frank Richter
Tel: 0172 / 350 520 5

