Über uns

Viele Menschen fühlen sich unserer Pfarrei in ihrer Gemeinde zugehörig
weil sie suchen:
Gott, Gemeinschaft, Orientierung, Seelsorge, Stille, Hilfe.

weil sie geben möchten und können:
ihre Zeit, ihre Fähigkeiten, ihre Hilfe.

In der Pfarrei Carl Lampert im Norden von Halle (Saale) kommen Menschen zusammen aus Stadt und Land, Junge und Alte, Menschen von Nah und Fern, Allein-Stehende und Familien, Christen und Nichtchristen, Suchende. Beteiligen Sie sich und machen Sie sich mit uns auf den Weg, damit Kirche vor Ort überraschend, spannend und lebendig wird.

Die Pfarrei wurde im Jahr 2009 gegründet. Unter ihrem Dach vereinen sich eigenständige katholische Gemeinden im Norden der Stadt Halle (Saale) und dem Umland.

Der Pfarreipatron, der selige Carl Lampert, war der Stellvertreter des Bischofs von Innsbruck-Feldkirch, der 1944 von den Nationalsozialisten im Gefängnis „Roter Ochse“ in Halle hingerichtet wurde. Er steht für den aufrechten Gang und die Gewissensfreiheit im gewaltlosen Widerstand; ein Vorbild für uns.

Die Pfarrei Carl Lampert liegt im Norden der Stadt Halle, links und rechts der Saale. Wir feiern Gottesdienste in 9 Kirchen: St. Norbert (Halle), Heilig Kreuz (Halle), Maria-Königin (Halle), St. Josef (Löbejün), St. Michael (Ostrau), St. Petrus (Wettin), St. Elisabeth (Zappendorf), und in den evangelischen Kirchen in Köchstedt und Langenbogen.

Pfarreigebiet

Ausdehnung der Pfarrei Carl Lampert

 

Wir Christen leben mit und unter einer Bevölkerung, die zu über 80% religiös nicht beheimatet ist. Die vielen Nicht-Christen verstehen wir als Anfrage und als Chance. Wir wollen so leben, dass wir von unseren Mitmenschen als Christen angefragt werden, einfach Zeugnis geben von der Hoffnung, die uns erfüllt. So wollen wir eine Pastoral entwickeln, die einladend ist und sich den Menschen zuwendet. Es gilt dabei die Spannung von Sammlung und Sendung sowohl auf Gemeinschafts- und Gemeindeebene als auch auf der Ebene der Pfarrei und in der Kooperation mit den anderen Pfarreien und Christen in Halle aufrechtzuerhalten.

Wir fragen uns:

  • Wie gehen wir mit der zunehmenden Entchristlichung von Halle um?
  • Wie regieren wir auf zunehmende Vereinzelung von Christen vor Ort?
  • Wie reagieren wir auf die zunehmende soziale Ausgrenzung?
  • Wie gehen wir kreativ mit abnehmenden Ressourcen um?
  • Wie reagieren wir auf weniger hauptamtliche Mitarbeiter/-innen?
  • Wie kommen Menschen auf den Geschmack, ihr Christsein bewusster zu leben?

Die Gemeinden regeln so viel wie möglich selbst: Sie sind zuständig für die kurzfristige pastorale Arbeit und für die Unterhaltung eigener Gebäude. Wenn sie an Grenzen stoßen, wenden sie sich an den Kirchenvorstand und den Pfarrgemeinderat

Eine Vision dient der Orientierung und der Vergewisserung für unser Tun und Lassen.
Leitgedanken für unsere Gemeinden und für die Menschen in den Gemeinden sind:

Kirche ist Gemeinschaft, die sich an der Nachfolge Jesu Christi orientiert.

Kirche lebt von der Vielfalt der Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, Lebensphasen und Lebensformen, die ihre Freude und Hoffnung, ihre Sorgen, Ängste sowie Erfahrungen der Welt (mit-)teilen und (mit-)tragen.

Alle sind dazu eingeladen, sich mit ihren von Gott geschenkten Gaben und Fähigkeiten zur Bereicherung der Gemeinschaft der Kirche mit einzubringen.

2001 – 2004: Pastorales Zukunftsgespräch im Bistum Magdeburg


Am Anfang stand das Pastorale Zukunftsgespräch, das sogenannte PZG, im Bistum Magdeburg. Das Bistum Magdeburg ist ein Bistum im Wandel. Flächenmäßig zählt es zu den größten Bistümern Deutschlands, jedoch zählen wir nur rund 83.500 Katholikinnen und Katholiken.

Die sich ändernde demografische Situation in der Bevölkerung – immer weniger Christen, die in den Kirchen ihr Zuhause sehen – veranlassten die Bistumsleitung schon 2001, darüber nachzudenken, wie Kirche zukünftig aussehen kann. Es ging dabei nicht nur um Strukturen, sondern auch um den Auftrag von Kirche und die Rolle der Gemeinden.

Ergebnis des Prozesses, in den Menschen aus allen Bereichen des Bistums, Laien wie Hauptamtliche, eingebunden sind, war der Plan: Gründung von Gemeindeverbündungen ab 2005, Gründung von größeren Pfarreien ab 2009.

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Pastorales Zukunftsgespräch 


2006 – 2009: Gemeindeverbund Halle-Nord


Seit 2004 arbeiten die eigenständigen Gemeinden zusammen in einem Gemeindeverbund. Grundlage der Zusammenarbeit ist eine Pastoralvereinbarung, in der die Gemeinden niederlegen, wie sie zusammenarbeiten möchten: „Die vorliegende Vereinbarung soll den angestrebten Geist des pastoralen Lebens im Verbund fassen und allen wirkenden Mitgliedern als Leitfaden und –bild für ihre Arbeit im Sinne und zum Wohle des Verbundes dienen.“

Elemente der Pastoralvereinbarung von 2006 sind:

  • Wir wollen nah bei den Menschen sein und das Gesicht der Kirche vor Ort sein.
  • Wir sind ein Netzwerk von Gemeinschaften mit Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand, auf Gemeindeebene unabhängig vom Pfarrer agierenden Gemeinderäten. Keine unserer Kirchen wurde explizit zur Pfarrkirche ernannt.

2009: Gründung der Pfarrei Carl Lampert


Der Gemeindeverbund Halle-Nord wird 2009 die Pfarrei Halle-Nord.
Seit 2014 tragen wir den Namen Pfarrei Carl Lampert.

Zeitplan der Pfarreigründung:

  • Januar 2004: 1. Gemeindevertreterversammlung
  • Februar 2005: 1. Teil einer Pastoralvereinbarung: Verständigung auf eine gemeinsame Liturgie und Gottedienstordnung, die Eucharistiefeiern und Wort-Gottes-Feiern an Sonn- und Feiertagen umfasst.
  • November 2005: Beschluss zur Bildung des Gemeindeverbundsrates mit Vertretern aus allen Gemeinden
  • Oktober 2006: Gemeinsamer Etat aller Gemeinden
  • Dezember 2006: Beschluss der Pastoralvereinbarung

Vom Herbst 2004 tagte regelmäßig ein Verbundsrat aus den Pfarrgemeinderäten, in dem alle Gemeinden gleiches Stimmrecht hatten. Damit die kleineren Gemeinden (Ostrau, Löbejün und Wettin) sich von den größeren (Heilig Kreuz, St. Norbert und Zappendorf-Dölau) nicht überstimmt fühlten.

Von Anfang an haben wir die Gründung der Pfarrei Carl Lampert auch als geistlichen Prozess betrachtet und die Menschen in verschiedenen Gottesdiensten und Veranstaltungen darauf vorbereitet.

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Kriterien für eine neue Gottesdienstordnung
> Pastoralvereinbarung von 2011
Checkliste für die Gründung der neuen Pfarrei
Chancen und Risiken von Fusionen
Gedanken zur Fusion von Pfarrer Magnus Koschig
Vorbereitungsgottesdienst Predigt
Vorbereitungsgottesdienst zur Pfarreigründung

Als Pfarrei zusammenzuwachsen ist ein offener und langwieriger Prozess.
Er endet nicht mit der formellen Gründung einer Großpfarrei.

Viele Menschen sehen die Zusammenlegungen von Gemeinden zu Großpfarreien kritisch und haben Angst vor dem Neuem und Unbekannten, das ein Fusionsprozess mit sich bringt. Die gute Nachricht ist jedoch: einen Fusionsprozess kann man gestalten. Man sollte früh damit beginnen.

Fusion ist eine Frage der Haltung. Betrachtet man eine Fusion allein als strukturelle Maßnahme, wird das Ergebnis ein anderes sein als wenn man die Zusammenführung zusätzlich als geistlichen Prozess versteht. Ob und wann eine Fusion gelungen ist, ob ein Entwicklungskonzept aufgeht, kann man schwer messen. Die Meinungen dazu werden auch sehr unterschiedlich sein. Auch wir haben dafür kein Patentrezept.

Der seit 2005 laufende Entwicklungsprozess in unserer Pfarrei hat jedoch bewirkt, dass wir anders experimentieren und aus dem Eingefahrenen immer auch mal wieder aussteigen. Auch bringen sich andere Menschen ein. Im Prozess werden aber auch Konflikte sichtbarer, werden die Erwartungen Einzelner an die Kirche deutlicher, werden Menschen mehr herausgefordert zu überlegen, wie sie als Einzelne und in Gemeinschaft Kirche sein wollen. Dass all das ans Licht tritt ist gut, denn erst dann gibt es Wachstum und Entwicklung.

Wir stellen aber auch fest: ein Prozess braucht Zeit – sehr viel Zeit! Und ein Loslassen von Erwartungen und Zielvorstellungen. All das ist für uns Kirche, auch auf die Gefahr hin, dass man sich Beulen holt.



Thesen zur Fusion

Von Magnus Koschig

  1. Eine Fusion / Neugründung hat gute Chancen, wenn der Prozess nicht nur strukturell, sondern zuerst und vor allem geistig-geistlich angegangen wird und eine motivierende Vision/ein vermittelbares Zukunftsbild entsteht
  2. Eine Fusion hat nur dann einen Sinn, wenn sie nicht in der Veränderung von Strukturen hängen bleibt, sondern zu einer Öffnung hin zu den Menschen führt.
  3. Eine Fusion hat gute Chancen, wenn es eine breit angelegte Kommunikation gibt, auch auf „Tratsch und Klatsch“ achtet. In den Gremien ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass sich keine Gemeinde überstimmt fühlen kann.
  4. Eine Fusion hat gute Chancen, wenn die Entwicklung in kleinen Schritten erfolgt, die für alle nachvollziehbar sind.
  5. Eine Fusion hat gute Chancen, wenn beizeiten die Finanzen offen gelegt werden und es eine Solidarität der Gemeinden untereinander gibt.
  6. Eine Fusion hat gute Chancen, wenn die Änderung von Gottesdienstzeiten erst nach einem generellen Nachdenken über Liturgie erfolgt.
  7. Eine Fusion hat gute Chance, wenn der rechtliche Abschluss als Start für das Neue gefeiert wird.
  8. Eine Fusion hat nur dann einen Sinn, wenn sie nicht als der Abschluss, sondern als Beginn eines neuen Weges angesehen wird.

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Der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand beraten gemeinsam mit den Haupt­amt­lichen über die langfristigen pastoralen und finanziellen Rahmenbedingungen. Die pastoralen Mitarbeiter/innen sind stimmberechtigte Mitglieder im Pfarrgemeinderat und beratende Mitglieder im Kirchenvorstand.

Pfarrgemeinderat

Gewählte Mitglieder:

  • Dr. Manuela Bader (Schriftführerin)
  • Monika Klamt
  • Katharina Knackstedt
  • Stefan Malik
  • Melanie Müller (stellv. Vorsitzende)
  • Dr. Markus Pietzsch
  • Veit Riese
  • Norbert Schmeja (Vorsitzender)
  • Ute Stumpe (Vertreterin im Katholikenrat)
  • Iris Wiese

Kirchenvorstand

Vorsitzender: Magnus Koschig (Pfarrer)

Gewählte Mitglieder:

  • Roland Benroth
  • Dr. Manfred Brümmer
  • Marie-Luise Furgber
  • Thomas Gebauer
  • Marianne Günther
  • Johannes Hünert
  • Gregor Müller-Ermentraut
  • Norbert Pröschel
  • Dr. Christoph Weiser (stellv. Vorsitzender)
  • Johanna Wettengel

Beratende Mitglieder:

  • Matthias Soden
  • Rudolf Werner

Gemeinderäte

In den einzelnen Gemeinden gibt es Interessierte und solche, die Verantwortung übernehmen.
Die Vielfalt zeigt sich in den Gruppen. Was es alles bei uns (verstreut) gibt, lesen sie selbst …

Pfarreientwicklung und Fusionen

Checkliste für die Gründung der neuen Pfarrei

Gedanken zur Fusion von Pfarrer Magnus Koschig

Chancen und Risiken von Fusionen

Vorbereitungsgottesdienst zur Pfarreigründung

> Vorbereitungsgottesdienst Predigt

Kriterien für eine neue Gottesdienstordnung

> Pastoralvereinbarung von 2017